Kurz zusammengefasst: Wir haben den aktuellen RealAdvisor-Immobilienpreis-Barometer für das zweite Quartal 2026 ausgewertet und für Sie eingeordnet: Wohnungen verteuerten sich schweizweit um 0,7 Prozent, Einfamilienhäuser um 0,6 Prozent, gegenüber dem Vorquartal. Aufs Jahr gerechnet ergibt das ein Plus von 3,4 respektive 2,4 Prozent. Der Grund liegt weniger bei steigender Nachfrage als bei fehlendem Angebot: So wenige Wohnungen wie seit 2013 nicht mehr stehen leer. Für Eigentümerinnen und Eigentümer in der Region Bodensee, Thurgau und St. Gallen heisst das konkret: Der Verkäufermarkt hält an.
Die Zahlen im Überblick
Das Muster der letzten Quartale bestätigt sich: Wohneigentum wird teurer, und Eigentumswohnungen ziehen dabei deutlicher an als Einfamilienhäuser.
Wohnungen: +0,7 % zum Vorquartal, +3,4 % zum Vorjahr
Einfamilienhäuser: +0,6 % zum Vorquartal, +2,4 % zum Vorjahr
Über zehn Jahre: ein Plus von rund einem Drittel in beiden Segmenten
Auffällig ist, wie breit diese Entwicklung abgestützt ist. In praktisch jeder grossen Schweizer Region und fast jedem Kanton zeigen die Preise nach oben. Eine Ausnahme bildet das Tessin: Dort treten die Häuserpreise auf der Stelle, und rund um Lugano fällt das Wachstum landesweit am schwächsten aus.
Wie sich Thurgau und St. Gallen entwickeln
Mit Standorten in Kreuzlingen, St. Gallen, Zug und Zürich sind wir gleich in mehreren der im Barometer genannten Regionen vor Ort, was den Blick auf die Zahlen besonders spannend macht. Im Thurgau, wo unser Hauptsitz liegt, und im benachbarten St. Gallen zeigt sich dabei ein unterschiedliches Tempo: St. Gallen verzeichnete bei Wohnungen einen Wertzuwachs von 4,6 Prozent innert Jahresfrist und gehört damit zu den drei dynamischsten Märkten der ganzen Schweiz, nur knapp hinter Sion. Auch beim Quartalswachstum mischt St. Gallen mit 1,5 Prozent ganz vorne mit. Eine naheliegende Erklärung: Wer sich Zürich oder Zug preislich nicht mehr leisten kann oder will, schaut sich zunehmend in angrenzenden Regionen um, wo Wohneigentum noch zugänglicher ist.
Im direkten Kantonsvergleich zeigt sich Thurgau etwas gemächlicher: Wohnungen verteuerten sich hier im letzten Jahr um 3,0 Prozent, Häuser um 1,9 Prozent, beides leicht unter dem Schweizer Mittel von 3,4 respektive 2,4 Prozent. Im aktuellen Quartal hat Thurgau bei Wohnungen mit 0,7 Prozent aber genau zum Landesdurchschnitt aufgeschlossen. Für unsere Region heisst das: Kein Höhenflug wie in St. Gallen, aber eine solide, stabile Wertentwicklung, von der Eigentümerinnen und Eigentümer nach wie vor profitieren.
Warum die Preise trotz Zinsen weiter steigen
Das Angebot bleibt knapp.
Landesweit stand zuletzt nur gerade 1 Prozent aller Wohnungen leer, rund 48'500 Einheiten. Das ist der fünfte Rückgang in Folge, so wenig wie seit über zehn Jahren nicht mehr.
Neue Wohnungen brauchen Zeit.
Zwar wurden 2025 über 52'000 Wohnungen bewilligt, deutlich mehr als noch zwei Jahre zuvor. Bis daraus bezugsfertige Wohnungen werden, vergehen aber Jahre, weshalb spürbare Entlastung erst 2027/2028 zu erwarten ist.
Hypotheken bleiben günstig.
Die Nationalbank liess den Leitzins am 18. Juni bei null Prozent, zehnjährige Festhypotheken kosteten Ende Juni rund 1,77 Prozent, verhandelt teils schon ab 1,4 Prozent. Kein Wunder, dass sich rund 42 Prozent aller Kreditnehmer im Quartal für diese lange Bindung entschieden, mit Abstand die beliebteste Wahl.
Lex Koller: Was sich für ausländische Käufer ändern könnte
Ein Thema, das die Branche gerade beschäftigt, ist die geplante Verschärfung der Lex Koller. Zwischen Mitte April und Mitte Juli konnte sich die Öffentlichkeit dazu äussern. Die Stossrichtung: Käuferinnen und Käufer aus Drittstaaten bräuchten wieder eine Bewilligung für den Erwerb ihres Hauptwohnsitzes, und Renditeliegenschaften dürften Personen mit Wohnsitz im Ausland gar nicht mehr kaufen. Bis das Parlament entschieden hat, dürfte es dauern, ein Inkrafttreten vor 2028 gilt als unwahrscheinlich. Die Richtung ist aber gesetzt: Ausländische Nachfrage dürfte künftig stärker gebremst werden.
Wie geht es 2026 weiter?
RealAdvisor rechnet fürs laufende Jahr weiterhin mit rund 3 Prozent Preiswachstum, Wohnungen eher am oberen, Häuser eher am mittleren Ende dieser Spanne. Solange Zinsen tief und Wohnungen knapp bleiben, dürfte sich daran wenig ändern. Etwas Gegenwind kommt allenfalls von schwächerem Wirtschaftswachstum und nachlassender Zuwanderung, die eine weitere Beschleunigung eher bremsen als antreiben.
Was bedeutet das für Ihre Immobilie?
Steigende Preise bei gleichzeitig historisch knappem Angebot: Diese Kombination erleben wir aktuell selten so ausgeprägt. Ob sich das für Ihren persönlichen Verkaufsentscheid lohnt, hängt von Lage, Zustand und Ihrer individuellen Situation ab. Gerne ordnen wir das gemeinsam mit Ihnen ein, unverbindlich und auf Ihre Immobilie zugeschnitten.
Quelle: RealAdvisor, Schweizer Immobilienpreis Barometer Q2 2026, publiziert am 22.07.2026.

