Die höchste Preiseinschätzung gewinnt das Mandat. Aber gewinnt sie auch den Käufer?
Wer seine Immobilie verkaufen möchte, steht meist vor einer wichtigen Entscheidung: Welcher Immobilienmakler ist der richtige Partner für den Verkauf?
Viele Eigentümer holen mehrere Maklermeinungen ein. Dabei werden häufig zwei Zahlen besonders genau verglichen: die geschätzte Höhe des Verkaufspreises und die Maklerprovision.
Das ist nachvollziehbar. Doch gerade beim Verkauf einer Immobilie kann die höchste Preiseinschätzung auf den ersten Blick attraktiver wirken, als sie tatsächlich ist.
Denn entscheidend ist am Ende nicht, welcher Preis bei der ersten Besprechung genannt oder später im Verkaufsinserat publiziert wird. Entscheidend ist der Verkaufspreis, der tatsächlich erzielt und beim Notar beurkundet wird.
Warum die höchste Immobilienbewertung nicht automatisch die beste ist
Eine professionelle Marktpreiseinschätzung sollte keine Wunschvorstellung sein. Sie sollte sich nachvollziehbar aus der aktuellen Marktsituation, der Mikrolage, dem Zustand und der Qualität der Immobilie sowie aus geeigneten Vergleichsobjekten ableiten lassen.
Natürlich gibt es bei jeder Immobilienbewertung einen gewissen Spielraum. Immobilien sind individuelle Wirtschaftsgüter und keine standardisierten Produkte.
Problematisch wird es jedoch, wenn ein Verkaufspreis bewusst sehr hoch angesetzt wird, um ein Verkaufsmandat zu erhalten.
Für Eigentümer klingt ein höherer möglicher Verkaufserlös zunächst positiv. Am Markt kann eine überhöhte Preispositionierung jedoch genau das Gegenteil bewirken.
Interessenten vergleichen heute sehr genau. Sie kennen das verfügbare Angebot und können Preise innerhalb einer Region schnell gegenüberstellen. Ist eine Immobilie deutlich zu teuer positioniert, kann die Nachfrage bereits in den ersten Wochen geringer ausfallen.
Genau diese erste Vermarktungsphase ist besonders wertvoll.
Bleibt eine Immobilie anschliessend längere Zeit auf dem Markt und wird der Preis mehrfach reduziert, verändert sich ihre Wahrnehmung. Interessenten fragen sich, weshalb das Objekt noch nicht verkauft wurde und erhalten bei Preisverhandlungen unter Umständen eine stärkere Position.
Eine realistische Preisstrategie bedeutet deshalb nicht, eine Immobilie möglichst günstig anzubieten. Es geht darum, den Preis so zu positionieren, dass das vorhandene Marktpotenzial bestmöglich ausgeschöpft werden kann.
8 Punkte, auf die Eigentümer bei der Maklerwahl achten sollten
Aus unserer Erfahrung sollten Eigentümer bei der Auswahl eines Immobilienmaklers deshalb deutlich mehr vergleichen als die Höhe der Bewertung und die Provision.
1.Ist die Marktpreiseinschätzung nachvollziehbar?
Fragen Sie, wie der vorgeschlagene Verkaufspreis zustande kommt. Eine fundierte Bewertung sollte unter anderem Lage, Grundstück oder Wohnfläche, Baujahr, Zustand, Ausbaustandard, Besonderheiten der Immobilie, aktuelle Konkurrenzangebote und tatsächlich vergleichbare Objekte berücksichtigen.
Ein guter Makler sollte seine Einschätzung erklären können und nicht lediglich eine Zahl präsentieren.
2. Welche Immobilien hat der Makler tatsächlich verkauft?
Referenzen sagen viel über die praktische Erfahrung aus. Besonders interessant sind Verkäufe vergleichbarer Immobilien in ähnlichen Regionen und Preissegmenten.
Dabei geht es weniger darum, wie viele Immobilien ein Makler aktuell inseriert hat. Entscheidend ist, welche Objekte tatsächlich erfolgreich verkauft wurden.
3. Wie professionell wird die Immobilie präsentiert?
Der erste Eindruck einer Immobilie entsteht heute meistens digital.
Professionelle Fotografie, hochwertige Verkaufsunterlagen, verständliche Grundrisse, eine überzeugende Objektbeschreibung und eine saubere Präsentation auf den relevanten Kanälen beeinflussen, wie eine Immobilie wahrgenommen wird.
Gerade bei hochwertigen Immobilien sollte die Präsentation dem Wert und Charakter des Objektes entsprechen.
4. Gibt es eine konkrete Vermarktungsstrategie?
Ein Immobilienverkauf sollte nicht damit beginnen und enden, ein Inserat auf Immobilienportalen zu veröffentlichen.
Wer ist die wahrscheinlichste Zielgruppe? Wie wird die Immobilie positioniert? Welche Verkaufsargumente sind relevant? Welche Kanäle werden genutzt? Wie werden bestehende Interessenten angesprochen? Wie wird mit einer zu geringen oder sehr hohen Nachfrage umgegangen?
Ein professioneller Makler sollte diese Fragen bereits vor dem Vermarktungsstart beantworten können.
5. Besteht bereits Zugang zu passenden Kaufinteressenten?
Eine gepflegte Interessentendatenbank kann einen erheblichen Vorteil darstellen.
Ein etablierter Makler verfügt häufig bereits über Kontakte zu Personen, die in einer bestimmten Region oder einem bestimmten Preissegment eine Immobilie suchen.
Dadurch kann ein Objekt teilweise bereits vor oder parallel zur öffentlichen Vermarktung gezielt potenziellen Käufern angeboten werden.
6. Wer betreut Eigentümer und Interessenten persönlich?
Immobilienverkauf ist Vertrauenssache. Deshalb sollte bereits vor der Mandatserteilung klar sein, wer die Immobilie tatsächlich betreut.
Wer führt Besichtigungen durch? Wer beantwortet Fragen der Interessenten? Wer informiert den Eigentümer über den Verlauf der Vermarktung? Und wer übernimmt später die Verhandlungen?
Klare Zuständigkeiten sorgen für kurze Kommunikationswege und einen strukturierten Verkaufsprozess.
7. Wie erfahren ist der Makler bei Preisverhandlungen?
Ein Kaufinteressent, der eine Immobilie gefunden hat, versucht verständlicherweise häufig, den bestmöglichen Kaufpreis für sich zu erreichen.
Genau hier zeigt sich die Erfahrung des Maklers.
Eine professionelle Preisverhandlung bedeutet, die Interessen des Eigentümers konsequent zu vertreten und gleichzeitig einschätzen zu können, wie ernsthaft ein Interessent ist, welche finanziellen Möglichkeiten bestehen und wo tatsächlich Verhandlungsspielraum vorhanden ist.
Schon wenige Prozent Unterschied beim erzielten Verkaufspreis können bei einer Immobilie einen erheblichen Betrag ausmachen.
8. Spricht der Makler auch unangenehme Themen offen an?
Dieser Punkt wird aus unserer Sicht häufig unterschätzt.
Ein professioneller Immobilienmakler sollte einem Eigentümer nicht einfach das sagen, was dieser gerne hören möchte.
Wenn ein gewünschter Verkaufspreis aus Marktsicht kaum realistisch ist, sollte das offen angesprochen werden. Gleiches gilt für Schwächen einer Immobilie, notwendige Unterlagen, Präsentation, bauliche Themen oder eine Vermarktungsstrategie, die angepasst werden sollte.
Gerade bei einem Immobilienverkauf ist eine realistische Beratung wertvoller als ein angenehmes Versprechen.
Der Angebotspreis ist nicht der Verkaufspreis
Die entscheidende Kennzahl eines Immobilienverkaufs steht nicht in der ersten Bewertung und auch nicht im Verkaufsinserat.
Sie steht am Ende im Kaufvertrag.
Deshalb empfehlen wir Eigentümern, bei der Maklerwahl nicht danach zu entscheiden, wer den höchsten Verkaufspreis verspricht.
Stellen Sie stattdessen eine andere Frage:
Welcher Makler kann Ihnen am überzeugendsten erklären, wie er für Ihre Immobilie den bestmöglichen Verkaufspreis erreichen will?
Genau diese Antwort sagt meist mehr über die Qualität eines Immobilienmaklers aus als die höchste Zahl auf einer Marktpreiseinschätzung.
ImmoLeague begleitet Eigentümer beim Verkauf von Immobilien von der fundierten Marktpreiseinschätzung über die Positionierung und Vermarktung bis zur Verkaufsverhandlung und Beurkundung.
Sie möchten wissen, welchen Preis Ihre Immobilie am aktuellen Markt realistisch erzielen kann? Gerne erstellen wir für Sie eine persönliche Marktpreiseinschätzung und zeigen Ihnen auf, welche Verkaufsstrategie wir für Ihre Immobilie empfehlen.

