In den letzten Jahren haben Naturgefahren wie Überschwemmungen und Erdrutsche weltweit und auch in der Schweiz zugenommen. Auch Teile des Bodenseeraums waren im Frühsommer 2024 von starken Hochwassern betroffen. Dies wirft die Frage auf, wie sich solche Ereignisse auf Immobilienwerte auswirken.
Trotz der wachsenden Risiken bleiben die Immobilienpreise in vielen gefährdeten Gebieten erstaunlich stabil, wie eine aktuelle Analyse zeigt. Ein Hauptgrund dafür ist das begrenzte Angebot an Immobilien in attraktiven Lagen wie beispielsweise auch dem Bodenseeraum, wo die Nachfrage hoch bleibt. Viele Käufer nehmen das Risiko in Kauf, wenn die Lage besonders reizvoll ist. Zudem haben Schutzmassnahmen dazu beigetragen, dass bestehende Immobilien weniger von Schäden betroffen sind.
Die wachsenden Risiken beeinflussen jedoch nicht nur die Immobilienpreise, sondern auch die Kreditvergabe. Die Schweizer Finanzmarktaufsicht Finma hat im März 2024 neue Richtlinien erlassen, die Banken zu strengeren Kreditbedingungen in Risikogebieten auffordern, um naturbezogene Finanzrisiken zu minimieren.
Für Immobilienbesitzer und -käufer gewinnt die Kenntnis spezifischer Naturgefahren in bestimmten Regionen zunehmend an Bedeutung. Es gilt, die langfristigen Auswirkungen auf den Immobilienwert sorgfältig abzuwägen. Als Immobilienexperten stehen wir in der Pflicht, transparent über Risiken und Chancen aufzuklären und die Entwicklungen aufmerksam zu verfolgen. Dies ist umso wichtiger, als die langfristigen Folgen einer Verschärfung des Klimawandels für Immobilienwerte derzeit noch nicht absehbar sind.

