Experten hatten es erwartet. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat heute am 26. September den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf 1 Prozent gesenkt. Diese Entscheidung markiert zugleich die letzte Lagebeurteilung des scheidenden Präsidenten Thomas Jordan, der in den Ruhestand geht.
Die SNB begründet diesen Schritt mit dem deutlich zurückgegangenen Inflationsdruck in der Schweiz. Faktoren wie der starke Franken, tiefere Erdölpreise, angekündigte Strompreissenkungen und die schwache Wirtschaftsentwicklung tragen dazu bei. Die erneute Zinssenkung steht natürlich auch im Kontext der globalen Geldpolitik. So hatte die US-Notenbank in der vergangenen Woche die Märkte überrascht, indem sie die Zinswende mit einem grossen Schritt eingeläutet hat. Jordan und seine Kollegen liessen sich jedoch nicht davon beeinflussen, sondern setzten konsequent den im Frühling eingeleiteten Kurs der Zinsreduktion fort.
Die Inflationsprognose für 2025 wurde von 1,1 auf 0,6 Prozent korrigiert. Spannend ist, dass die SNB in der heutigen Pressekonferenz angedeutet hat, dass in den nächsten Quartalen weitere Zinssenkungen möglich sind, was auf eine Senkung auf 0,75 Prozent im Dezember hindeuten könnte.
Für die Schweizer Wirtschaft prognostiziert die SNB ein verhaltenes Wachstum von 1 Prozent für das laufende Jahr und 1,5 Prozent für 2025. Diese Prognosen sind jedoch mit Unsicherheiten behaftet, wobei die Entwicklungen im Ausland das Hauptrisiko darstellen.
Für den Immobilienmarkt könnte die Zinssenkung zu niedrigeren Kreditkosten für Käufer und Entwickler führen. Exportorientierte Branchen dürften von einem möglichen Abwertungsdruck auf den Franken profitieren.
Es bleibt abzuwarten, wie sich die Geldpolitik unter der neuen SNB-Führung entwickeln wird. Wir halten Sie auf dem Laufenden.

